Warum Tapen?

Die bunten ”Streifen” werden immer häufiger im Sport eingesetzt. Muß man daran glauben oder steckt doch etwas mehr dahinter? Auch aus medizinischer Sicht wird das Tape stets mehr als eine Intervention, als ein zusätzliches Hilfsmittel,..... 

ein Behandelziel zu erreichen, eingesetzt. Ungefähr vor 10 Jahren lief der erste Fußballer in Europa mit dem elastischen Tape auf seinem Knie rund. Danach wurde es immer häufiger durch Sportler gebraucht und bekam mehr Andacht. Auch innerhalb der Physiotherapie blieb es nicht unbemerkt. Die Tapes schienen eine gute Unterstützung neben der anderen bisherigen Interventionen sein zu können.

 

Aber was scheint der Mehrwert dieser elastischen Tapes zu sein?
Das Tape, das direkt auf die Haut aufgebracht wird, stimuliert Sensoren in der Haut die in ihrer Umgebung das neurogene System im Körpersystem reizen. Scheinbar kann man, bezogen auf Praxiserfahrungen, durch das hantieren verschiedener Techniken, diesen Prozess beeinflussen. So werden die Tapes gebraucht zur beeinflussung der Schmerz als auch die Bewegungen. Zusätzlich ist ebenso ein direkter mechanischer Effekt wahrzunehmen. Das Tape, gut angelegt, kann die Haut anheben, wodurch der Raum unter der Haut “geöffnet“ wird. Das wird häufig bei Schwellungen und Lymphödemen angewendet. Auf diese Art und Weise sind verschiedene Reaktionen hervorzurufen, die, sowie wir in die Praxis sehen, den Heilungsprozess optimalisieren können.

Die drei großen Basisprinzipien hinter der Tapemethode sind:

 

  • Stimulieren des Selbstheilungsvermögen des Patiënten/ Sportlers
  • Das Tape arbeitet nach den Grundprinzipien der Kinesiologie
  • Der Effekt ist größtenteils abhängig von dem Fachwissen des Profis

 

Ist das Tape die allesumfassende Intervention?

Im Praxisbereich wird das Tape als eine zusätzliche Intervention eingesetzt, um schneller zu einem Resultat zu kommen. Der Patiënt/Sportler genest nicht schneller, durch Prozesse die im Körper aktiviert und unterstützt werden kann das Gewebe jedoch optimaler regenerieren. Das Tape kann somit Blokkaden die den Heilungsprozess verlangsamen, vermindern wenn nicht sogar aufheben.
Wir sehen das das Tape, wenn es richtig angewendet wird, einen schnelleren funktionalen Gebrauch des Gewebes zuläßt. Hier zählt sicher die Regel: die Anatomie bestimmt die Funktion und andersherum. Darin kann man auch die Beeinträchtigung sehen; für eine Vergrößerung der Muskelkraft muß man aktiv belasten und trainieren. Das kann das Tape auch nicht übernehmen, jedoch die Ausgangshaltung für das Training optimalisieren.

Im Praxisbereich wird das Tape durch viele Profis erfolgreich angewendet. Die Resultate sind meistens positiv aber wir müssen dafür sorgen, das dieses extra "Werkzeug" durch Studien und Wissenschaften unterbaut wird. Es wird daran appeliert, unser Handeln evidence based zu machen. Dieses Projekt liefert hoffentlich einen Beitrag zu diesem Prozess.